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Public Relations – eine Standortbestimmung im Sommer 2008

04.07.2008, 09:56 Uhr

Rückblick: bwcon: Kreativität vor Ort am 2. Juli 2008 zu Gast bei Sympra.
Es war nicht nur der bisher heißeste Abend des Jahres, sondern auch einer der interessantesten. Gemeinsam hatten die Wirtschaftsinitiative Baden-Württemberg: Connected e.V. (bwcon) sowie Sympra zu einer Standortbestimmung der Public Relations eingeladen, und 60 Interessierte aus Wirtschaft, Verwaltung und Medienbranche nutzten die Chance zum Austausch.

Die Weiterentwicklung der Public Relations stellte Veit Mathauer in den Mittelpunkt seines aus zehn Thesen bestehenden Vortrages. Aus eigener Erfahrung unterstrich der Sympra-Geschäftsführer die im Vergleich zur klassischen Medienarbeit immer umfassendere Consulting-Tätigkeit der PR sowie deren Trend zur Internationalisierung und immer vielfältigerer Nutzung unterschiedlichster Kanäle. Die Zeiten der Pressearbeit als Haupttätigkeitsfeld seien vorbei. Onlinekommunikation gehöre heute ebenso zum Portfolio einer PR-Agentur wie der seit Jahren wachsende Bereich des Corporate Publishing, der für fast alle größeren Unternehmen fester Baustein der Unternehmenskommunikation sei. 97 Prozent aller Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben laut Mathauer eigene Corporate-Medien. Auch Agenda Setting und Issue Management seien wichtige Bausteine im Mix der Diensleistungen der PR-Agenturen, die bei Kampagnen heute häufiger als früher die Rolle der Lead-Agentur einnähmen. Selbst bei der Suche nach Führungskräften würden PR-Experten heute mitwirken, um im Rahmen von Employer Branding die Arbeitgebermarke zu formen. 

Neue Formen der Kommunikation und der Meinungsbildung seien in Folge des gerade beginnenden Siegeszuges des multimedialen Social Networking und darauf aufbauender mobiler Internetangebote absehbar: Diese Prognose stellte Sympra-Consultant Bernhard Jodeleit. „Social Media plus Mobiltät durch mobile Datendienste werden gemeinsam ungeheures Potenzial entfalten.“ In seinem Vortrag ging er der Frage nach, mit welchen neuen Ideen Werbung und Public Relations mobiles Internet und Social Media sinnvoll nutzen können. Social Media Relations als Teil einer Kommunikationsstrategie sowie durch Werbung finanzierte Mobilfunkangebote wie jüngst von E-Plus-Chef Thorsten Dirks ins Spiel gebracht seien vielversprechende Modelle, so Jodeleit. Es sei aber ein Hype, wenn PR-Agenturen Social Media Releases als Allheilmittel sowie klassische Pressearbeit als veraltet bezeichneten. Mit Zahlen aus einer Umfrage der dpa-Tochter newsaktuell belegte Jodeleit, dass viele Redaktionen die Möglichkeiten des Web 2.0 bislang nicht für Recherchezwecke nutzen.

Wolfgang Scheunemann, Geschäftsführer des auf Technologie-, Umwelt- und CSR-Kommunikation spezialisierten Unternehmens dokeo GmbH, rief Unternehmen in seinem Vortrag zum systematischen Einsatz von Instrumenten der Corporate Social Responsibility auf. Viele Unternehmen tun laut Scheunemann schon heute an vielen Stellen Gutes, verzichten aber darauf, dieses Handeln gezielt zu steuern und die Aktivitäten an einer zentralen Stelle im Management zusammenlaufen zu lassen. Der konsequente Einsatz von CSR-Instrumenten könne den Unternehmenswert erheblich steigern. Scheunemann machte anhand von Beispielen klar, wie CSR-Maßnahmen auch nach innen wirken, indem sie etwa die Fluktuation im Unternehmen signifikant zurückgehen lassen. Voraussetzung sei jedoch, dass alles verantwortungsvolle Handeln tatsächlich aus Überzeugung geschehe. Die Frage nach der Glaubwürdigkeit dürfe sich gar nicht erst stellen, nur dann könne CSR nach innen und außen wirken.


 

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