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Der Spaß, etwas zu bewegen und zu gestalten
04.11.2009, 18:05 UhrBei der bwcon: Kooperation am 27. Oktober 2009 sprachen vier Unternehmer über die Lust, ein Entrepreneur zu sein, und skizzierten ihre individuellen Erfolgsgeschichten.
Mit 19 Jahren gründete Ulrich Dietz seine erste Firma für die Erstellung technischer Zeichnungen, um sein Studium zu finanzieren. Dabei stellte er schnell fest, dass es einträglicher ist, wenn man für die Akquisition neuer Aufträge und die Projektorganisation zuständig ist statt selbst zu zeichnen. 1987 gründete er GFT, dessen Vorstandsvorsitzender er heute ist. „Mich hat immer der Spaß getrieben, etwas zu bewegen und Technologien in Lösungen umzusetzen“, sagte Dietz. Das Unternehmen mit seinen 1.100 Mitarbeitern zählt zu den weltweit führenden IT-Dienstleistern im Finanzsektor. Die GFT Technologies AG konzipiert und realisiert IT-Lösungen, vermittelt national und international IT-Spezialisten und bietet Software zur Prozessoptimierung.
Je mehr das Unternehmen wachse, desto größer werde der Gestaltungsspielraum, so Dietz. Nach den Eigenschaften befragt, die ein Unternehmer mitbringen muss, nannte er Pfiffigkeit und Zähigkeit. Als Unternehmer müsse man eigene Interessen durchsetzen können. Niederlagen müsse man wegstecken sowie immer wieder aufstehen und sich persönlich neu motivieren können. Um erfolgreich zu bleiben, gilt es, kontinuierlich Neues zu schaffen, „das macht auch am meisten Spaß“, meinte Dietz. Man müsse sich immer neue Ziele suchen, und zwar auch in guten Zeiten.
Gründerteam zusammenschweißen
Markus Hennig dachte vor zehn Jahren über eine Unternehmensgründung nach, „da eine Businessidee direkt vor mir lag und ich sowie eine persönliche Abneigung gegen Fremdbestimmung habe“. Gemeinsam mit Partnern verfolgte er immer intensiver die Idee, Softwarelösungen zur Netzwerksicherheit in mittelständischen Unternehmen zu entwickeln. Wichtig sei damals die sorgfältige Auswahl des Gründungsteams gewesen. „Man muss prüfen, ob die Motivationen und Ziele zusammenpassen und ob sich die Qualifikationen ergänzen“, so Hennig. Daher verbrachte man gemeinsam eine Woche auf einer Hütte als Selbstversorger. „Das war eine gute Prüfung, hat stressfrei funktioniert und viele produktive Ideen hervorgebracht“, beschrieb Hennig. So gründete man im Jahr 2000 gemeinsam die Astaro AG, die heute an zehn Standorten 170 Mitarbeiter beschäftigt.
Da das Gründerteam sehr technikgetrieben sei, habe man fehlende Kompetenzen, unter anderem für Marketing und Vertrieb, eingekauft, hob Hennig hervor. Schnell sei klar geworden, dass man Alleinstellungsmerkmale klar herausarbeiten und kommunizieren müsse – und zwar kundengerecht. So basieren beispielsweise wesentliche Teile des Produkts von Astaro auf Open Source. Den Kunden allerdings interessiert nicht der frei verfügbare Source Code, sondern die Qualität und die Kosten. „Der Kunde muss im Mittelpunkt jeder Entscheidung stehen“, unterstrich Hennig.
Neue Perspektiven entdecken
Neugier sei die Triebfeder für ihn als Unternehmer, so Prof. Thomas Hundt. Nach Stationen als Maschinenbau- und Architekturstudent gründete er mit einem Partner 1998 die jangled nerves GmbH, die mit heute 60 festen und freien Mitarbeitern technisch anspruchsvolle Kommunikationslösungen konzipiert und produziert. Mit ihnen hat das Unternehmen bereits diverse Ausstellungen, Messen und Museen gestalterisch und technisch ausgestattet.
Eine wichtige Erfahrung sei für ihn gewesen, als er nach der Geburt des ersten Kindes Aufgaben mehr als bislang delegiert habe. „Das hat der Entwicklung der Mitarbeiter gut getan und das hat mir gut getan, da man wieder eine neue Perspektive gewinnt, aus der heraus man viel gestalten kann“, so Hundt.
Ständiger produktiver Austausch
Auch Elke Loeffler, Gründerin und geschäftsführende Gesellschafterin der abilex GmbH, setzt auf ein starkes Mitarbeiterteam. „Man muss selbst nicht ständig präsent sein. Die Mitarbeiter arbeiten am erfolgreichsten, wenn sie Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten haben“, erklärte Loeffler. Im Jahr 2004 gründete sie gemeinsam mit Partnern die abilex GmbH, ein praxisorientiertes Beratungsunternehmen für Automobilhersteller und deren Umfeld mit heute 40 Mitarbeitern. Eigenverantwortung, der kontinuierliche Adrenalinkick und der Spaß daran, etwas zu bewegen, waren die Gründe für die Selbstständigkeit.
Die konstruktive Auseinandersetzung mit den Partnern sowie mit dem in diesem Jahr geschaffenen Beirat seien wichtige Voraussetzungen für den Erfolg. Für den Beirat konnte abilex zwei namhafte Persönlichkeiten aus der Automobilbranche gewinnen, zu denen bereits langjährige Kontakte bestehen. „Beide Beiräte sind unterschiedliche Wege gegangen, das bedeutet für uns heute einen großen Mehrwert. Sie unterstützen uns dabei, das Portfolio, die Vertriebsaktivitäten und neue Ideen zu reflektieren, und erweitern unser Netzwerk“, so Loeffler.
Frust konstruktiv meistern
Selbstverständlich ist das Unternehmertum nicht immer nur Lust. Auch mit Frust gilt es umzugehen. Ulrich Dietz erklärte abschließend, wie er schwierige Situationen meistert: „Ich denke: wunderbar, das ist eine neue Aufgabe, die ich lösen kann.“
Profil der Referenten:
Ulrich Dietz, CEO, GFT Technologies AG, Stuttgart
Ulrich Dietz ist Gründer von GFT und war seit 1987 geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. Im Oktober 1998 wurde er zum Vorstandsvorsitzenden berufen. Mit der Gründung von GFT setzte er seine Idee um, mit ständigen Innovationen und zuverlässigen Dienstleistungen für Unternehmen aller Branchen ein führender IT-Partner zu werden. GFT konzipiert und realisiert IT-Lösungen, vermittelt national und international IT-Spezialisten und bietet Software zur Prozessoptimierung.
Markus Henning, CTO, Astaro AG, Karlsruhe
Nach einem Informatikstudium an der TU Karlsruhe trat Markus Hennig zunächst die Stelle als CTO beim Internet-Service-Provider Plannet Systems an. Im Jahr 2000 gründete er gemeinsam mit Partnern die Astaro AG, die Softwarelösungen zur Netzwerksicherheit in mittelständischen Unternehmen entwickelt. Als CTO ist Markus Hennig für die Produktentwicklung verantwortlich.
Prof. Thomas Hundt, Geschäftsführer, jangled nerves GmbH, Stuttgart
Thomas Hundt studierte an der Technischen Universität München Maschinenbau und an der Universität Stuttgart Architektur. Bereits während seines Studiums war er als freier Mitarbeiter in verschiedenen Architekturbüros tätig. Nach seinem Diplom baute er bei der CPS Gesellschaft für Informationsverarbeitung mbH eine Abteilung für 3-D-Visualisierung auf. Zusammen mit einem Partner gründete Thomas Hundt im Jahr 1998 jangled nerves. Das Ziel des Unternehmens ist es, Kommunikationslösungen an der Schnittstelle von Medien und Raum zu konzipieren und zu produzieren. Dafür vereint jangled nerves die Arbeitsweisen eines kreativen Planungsbüros mit denen einer modernen Medienproduktion. Parallel zu seinen Aufgaben als geschäftsführender Gesellschafter hatte Thomas Hundt ab 1999 verschiedene Lehraufträge an der Akademie der Bildenden Künste und an der HFT Hochschule für Technik Stuttgart. 2004 folgte der Ruf auf die Professur für Medien und Raum an der Fakultät für Architektur und Gestaltung der HFT. Ehrenamtlich vertritt Thomas Hundt die Interessen der Kreativwirtschaft seit 2005 als Mitglied des Vorstands von bwcon.
Elke Loeffler, geschäftsführende Gesellschafterin, abilex GmbH, Stuttgart
Elke Loeffler startete ihre Karriere als IT-Beraterin bereits während ihres Studiums an der Fachhochschule Pforzheim. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie als EDI-Beraterin bei actis (heute atos origin). 1994 stieg sie bei einem Dienstleistungsunternehmen mit Automobilfokus in der Region Stuttgart ein und wurde dort 1998 Geschäftsführerin. 2004 gründete Elke Loeffler gemeinsam mit Partnern die abilex GmbH, ein praxisorientiertes Beratungsunternehmen für Automobilhersteller und deren Umfeld.
Präsentationen:
Den Vortrag von Markus Henning finden Sie hier.
Die Fotos zur Veranstaltung finden Sie hier.
Text: Gitta Rohling
Bilder: Julia Grudda

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