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bwcon/ MAFINEX Gründerverbund: Business Roundtable - "Abkürzung ins Silicon Valley"
20.05.2010, 14:52 UhrAller Anfang ist schwer: Gerade für Jungunternehmer ist die Gefahr groß, sich zu übernehmen. Ohne praktisches Fachwissen, Managementqualitäten und betriebswirtschaftliches Know-how scheitern viele bereits in den ersten Wochen. Das erkannte auch Michael Altendorf.
Der Volkswirt machte sich nach seinen ersten Jahren bei SAP mit einer Internetfirma selbstständig und überstand erfolgreich die Startphase – dank der Hilfe von vielen Seiten.
Michael Altendorf schaut energisch in die Runde. Sein Blick bleibt bei einzelnen Teilnehmern haften, als wolle er damit seine Worte unterstreichen. Er ist Entrepreneur mit Leib und Seele, der heute gestenreich seine Firmengründung schildert. Der 29-jährige spricht von seinen ersten Erfahrungen im Silicon Valley, erklärt wortgewandt die Klippen, die Jungunternehmer umschiffen müssen, und verbreitet Optimismus. Denn Altendorf hat das verwirklicht, wovon die Gäste des heutigen bwcon: Business Roundtables noch träumen: eine erfolgreiche Firmengründung. Sein Internet-Technologieunternehmen ADTELLIGENCE GmbH ist auf Onlinemarketing spezialisiert. Es ermöglicht Firmen, das Userverhalten auf Social-Media-Webseiten besser auszuwerten und so Werbung gezielter zu schalten. Eine Idee mit Zukunft. Doch nicht jeder Einfall bringt frisches Geld: Nur fünf Prozent aller angehenden Unternehmer schaffen es überhaupt, privates Kapital zu akquirieren. „Ohne Coach, Mentor oder Business Angel hat ein Gründer keine Chance“, betont Altendorf. Er selbst fand seine Investoren mit ein wenig Glück und einem ausgeklügelten Businessplan.
bwcon unterstützt Firmengründer
Gemeinsam mit einem Partner gründete Altendorf im Mai 2009 sein Unternehmen und erhielt Unterstützung von Risikokapitalgebern. Vorher arbeitete er über drei Jahre bei SAP. „Dort habe ich nicht nur gelernt, gute Software zu entwickeln“, sagt der Mannheimer. „Die Erfahrungen aus Walldorf bildeten die Grundlage und erleichtern meine Arbeit heute noch.“ Altendorf konnte bei der Gründung seiner Firma auf ein ganzes Netzwerk an Kontakten zurückgreifen, die ihn mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ein Rückhalt war das Programm Coach & Connect Plus+ von Baden-Württemberg: Connected (bwcon). „Als landesweites Förderprogramm unterstützt es junge, technologieorientierte Wachstumsunternehmen – von der Gründung bis hin zur Expansion“, erklärt bwcon-Projektleiter Dr. Andreas Findeis. Mithilfe von Business Roundtables, einem Venture-Capital-Stammtisch und Expertenforen entstehen wichtige Netzwerke, ergänzt durch ausgewählte Weiterbildungsmaßnahmen.
Manager und Unternehmer stehen als Mentoren beratend zur Seite
Zusätzlich vermittelt die bwcon: Coaching Group Experten und Berater für individuelle Coachings. „Als Mentoren sind ehemalige Manager und Unternehmer für uns tätig, die Gründer aus den Bereichen Hightech, IT und Medien ehrenamtlich unterstützen“, erklärt Findeis weiter. Ein Mentor hinterfragt die Geschäftsidee und hilft so dabei, typische Fehler zu vermeiden und die Erfolgschancen zu erhöhen. Alleine von Januar bis Mai 2010 wurden bereits 14 Gründer und junge Unternehmen durch einen Mentor beraten und betreut. Dr. Tilman Schad ist einer von ihnen. In den vergangenen 16 Jahren sammelte er zahlreiche Erfahrungen in den USA vom Business Unit Leiter bei Hewlett-Packard über einen Management Buy-out bis hin zum CEO eines Start-up Unternehmens – inklusive erfolgreicher Venture Capital-Finanzierung. Diese Kenntnisse gibt Schad nun weiter. Er half Michael Altendorf bei Fragen zur Gründung und vermittelte wichtige Kontakte. „Adtelligence hat eine Software entwickelt, die elegant das Benutzerverhalten auf Webseiten analysiert, um auf dieser Basis Marketingstrategien gezielter und effektiver umsetzen zu können“, erklärt der Coach Schad, der auch im bwcon-Vorstand engagiert ist. „Bei meiner Beratung ging es überwiegend um die Frage, wie man ein solches Unternehmen finanziert und worauf man dabei achten muss.“ Er empfahl einen Anwalt und beriet bei den Gesprächen mit Investoren. Die Resultate: wasserdichte Verträge und ein solides Fundament – so konnte Altendorf richtig loslegen. Schad bringt sich in seiner Freizeit immer wieder unterstützend bei jungen Firmengründern ein. Neben seiner Passion als Mentor referiert er an Hochschulen und verstärkt das „Coach & Connect“-Programm der bwcon: „Erstgründern fehlt oft das nötige Hintergrundwissen. Dafür sind wir Mentoren da.“
Vom Zuhörer zum Referenten
Die Augen der 20 Teilnehmer des Business Roundtables glänzen im Neonlicht des Mannheimer MAFINEX Technologiezentrums. Auch sie suchen helfende Hände und saugen deshalb die Worte des Referenten regelrecht auf. Michael Altendorf spricht eingehend über die Eigenschaften, die ein Unternehmer mitbringen sollte und appelliert an die Anwesenden: „Sie müssen den Gipfel des Berges erklimmen wollen und nicht nach der Hälfte wieder umkehren. Schließlich kann keiner darauf warten, dass Google einen kauft.“ Für dieses Ziel arbeitet er bis zu 100 Stunden in der Woche. Nach der Gründungsphase will Altendorf nun mit acht Festangestellten nach Europa und Nordamerika expandieren: „Spätestens 2011 wollen wir in unserem eigenen Büro im kalifornischen Palo Alto arbeiten, um den Technologietransfer zwischen den Kontinenten zu erhöhen.“ Als Referent gehört auch er mittlerweile zu den Ratgebern des bwcon Coach & Connect-Programms. Er weiß, wie Baden-Württemberg: Connected jungen Gründern auf die Beine hilft. Schließlich saß er vor knapp zwei Jahren selbst noch im Publikum eines bwcon: Business Roundtables. Seinen Zuhörern gibt er an diesem Abend mit auf den Weg: „Testen Sie, holen Sie so viel Feedback ein, wie Sie können – und gehen Sie auf Veranstaltungen wie diese hier. Die besten Ideen bekommt man nicht zuhause.“
Autor: Daniel Korth

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