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E-Energie-Projekte – Energiesteuerung der Zukunft
09.02.2012, 14:24 Uhrbwcon zu Gast im SAP-Research Future-Energy-Center in Karlsruhe
Nicht nur die Bundesregierung, auch die Wirtschaft und Forschung haben die Herausforderungen für die Energieversorgung von morgen erkannt. Erneuerbare Energien wie Wasserkraft, Windenergie oder Solarenergie sollen langfristig die fossilen Energieträger gänzlich ersetzen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. In der Zwischenzeit geht es darum, die vorhandene Energie möglichst intelligent zu nutzen und dadurch bares Geld zu sparen. Wie das funktionieren kann, davon konnten sich die Teilnehmer der bwcon-Veranstaltung im SAP-Research Future-Energy-Center in Karlsruhe überzeugen. IT-Lösungen werden bei der Energieversorgung zukünftig eine wichtige Rolle spielen.
Smart Grid – intelligente Stromzähler der Zukunft
So hat sich die Europäische Union bis zum Jahr 2020 das Ziel gesetzt, dass mindestens 80 Prozent aller Stromkunden einen intelligenten Energiezähler (Smart Meter) besitzen. „Ein ehrgeiziges Ziel, zumal man in Deutschland in dieser Hinsicht noch recht am Anfang steht“, wie Dr. Elmar Dorner, Direktor von SAP Research Karlsruhe, erläutert. Hier gibt es also noch deutlich Nachholbedarf. Eine Vorreiterrolle könnte Baden-Württemberg übernehmen.
Denn wie es funktionieren kann, zeigen so genannte „E-Energie-Projekte“.“, so wie beispielsweise die Modellstadt Mannheim (MoMa), die 2009 gestartet wurde und heute schon rund 100.000 Haushalte umfasst. Durch die Smart Meter kommt es über ein intelligentes Stromnetz (Smart Grid) zu einer kommunikativen Vernetzung und Steuerung zwischen Stromerzeugern, Speichern und Verbrauchern. Dies ermöglicht eine Optimierung des Energieverbrauchs, mit dem Ziel, Strom für den Kunden günstiger zu machen.
Energiesparplan online erstellen lassen
Eine unterstützende IT-Lösung für den Verbraucher soll hierbei ein so genannter Energie-Butler sein, der online einen Energiesparplan erstellt. Drahtlos vernetzte Schaltboxen in den Steckdosen erlauben den Geräten die Energiezufuhr. In dem Forschungsprojekt kam es so zu einer Lastverschiebung von bis zu 10 Prozent pro Haushalt.
Der Energie-Butler sucht nach dem günstigsten Strompreis und kontrolliert so die vernetzten Geräte – zum Beispiel wann die Waschmaschine in Betrieb gehen soll. Des Weiteren gibt es im Future-Energie-Center in Karlsruhe auch eine Handy-App zu sehen, die via QR-Tag hilft, die perfekte Waschmaschine für die individuellen Waschgewohnheiten zu finden.
Hört sich das nach Zukunftsmusik an und befindet sich auch noch im Forschungsstatus, zeigt ein anderes Beispiel, dass Energie- und damit das Geldsparen bereits bei Kleinigkeiten anfangen kann: „Allein das Verwenden eines Bildschirmschoners am Computer erhöht den Stromverbrauch deutlich“, wie Manfred Pauli, Leiter des Future-Energy-Center, herausstellt.
SAP-Software macht Elektroautos attraktiver
Ein weiteres Thema mit dem man sich in Karlsruhe beschäftigt, ist der Einsatz von Elektrofahrzeugen. Gleich mehrere Software-Lösungen wurden gefunden, um das Fortbewegungsmittel der Zukunft attraktiver zu machen. Ob zur Tanksäulenreservierung nach absolvierter Fahrt oder zur Erstellung von Rechnungen, ob Einzel- oder Monatsabrechnung – hier befinden sich die Forschungsprojekte teilweise schon in der Entwicklung.
Umdenken in Energienutzung gefordert
Erneuerbare Energien, Energiesparen und effiziente Nutzung vorhandener Energie sind Leitthemen in der öffentlichen Diskussion. Darin waren sich alle Referenten und Teilnehmer nach der Veranstaltung einig. Aus technischer Sicht sei auf diesem Gebiet noch vieles machbar, aber man müsse auch schauen, was akzeptiert wird, so Ingo Schönberg, Geschäftsführer der Power Plus Communications AG und bwcon Vorstand Energie. „Klar ist jedenfalls, wir können nicht so weitermachen wie bisher, sonst bekommen wir deutlich höhere Energiekosten.“ IT kann hierbei den eigentlichen Energieverbrauch zwar nicht steuern, aber zumindest Lösungen finden, um die Kosten zu kontrollieren. Sie sorgen auch dafür, dass Energiereserven gespeichert und bei Bedarf effizient eingesetzt werden können, so das abschließende Fazit der Teilnehmer.
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