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15 Jahre bwcon: Eines der europaweit erfolgreichsten Innovationsnetzwerke feiert Geburtstag
09.05.2012, 15:17 UhrIm Mai feiert eines der europaweit erfolgreichsten Innovationsnetzwerke Geburtstag.
Die privatwirtschaftlich getragene Initiative bwcon wird 15 Jahre alt. Sie hat entscheidend daran mitgewirkt, Baden-Württemberg zu einem der stärksten IKT-Standorte zu machen und die Potenziale der Querschnittstechnologie für wichtige Anwenderbranchen zu erschließen. Institutionen- und disziplinenübergreifende Beziehungen für Know-how-Transfer, Kooperationen und Innovationen zu knüpfen, die Wertschöpfung erzeugen, ist und bleibt die Mission von bwcon.
Im Mai 1997 wird Stuttgart zum Sammelpunkt einer frisch heranwachsenden Wirtschaftskraft. Auf der erstmals stattfindenden Multimedia-Messe stellen Anbieter aus der ganzen Republik ihre neuesten informationstechnischen Entwicklungen vor, und beim parallel laufenden Deutschen Multimedia Kongress diskutieren Vordenker über die Zukunft der jungen Branche. Währenddessen kommen am 5. Mai auf dem Killesberg Vertreter von 35 IT-Unternehmen aus Baden-Württemberg zusammen, um ein neues Netzwerk aus der Taufe zu heben: „Baden-Württemberg Connected – bwcon“. Der Name ist Programm. Die Mitglieder sind entschlossen, den Südwesten als Internet-Region voran zu bringen und die Web-Nutzung in Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern. Heute, 15 Jahre später, verbindet die landesweite Initiative über 480 Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit mehr als 4.900 Experten. Von der Bundesregierung wurde sie 2008 als bestes deutsches Kompetenznetz ausgezeichnet.
„Der Name für das Netzwerk kam damals von Hans Vogel, CIO der Hewlett-Packard GmbH“, erinnert sich Jörg Menno Harms, Gründervater und Ehrenvorsitzender von bwcon. Vorbild war das „Smart Valley“, ein sehr erfolgreiches Konversionsprojekt für den Industriestandort Kalifornien. „In den USA hat Anfang der 90er Jahre selbst jeder Taxifahrer vom Internet gesprochen. In Deutschland war das Internet dagegen noch nicht in der Gesellschaft angekommen. Daran mussten wir etwas ändern“, so Harms, der zu dieser Zeit die Geschicke von Hewlett-Packard Deutschland lenkte. „In unserem Open Office in Böblingen haben wir uns dann mit Edmund Hug von IBM und Peter Landsberg von SEL bei ein paar Tassen Kaffee zusammengesetzt und den Gedanken weitergesponnen, wie Internetanwendungen für den Wirtschaftsstandort Baden- Württemberg gefördert werden können“, erzählt Harms
Der innere Code des Netzwerks und der Rückenwind vom Internet-Boom
MFG-Geschäftsführer Klaus Haasis denkt zurück an das Jahr 1997: „Als ich im Vorfeld der bwcon-Gründung zum ersten Mal die Telefonnummer von Jörg Menno Harms wählte, und er direkt ans Telefon ging, war mir klar: Das wird kein mühsam konstruierter Verband, sondern ein offenes Netzwerk von Menschen, die etwas bewegen wollen und dafür auch unkonventionell Unterstützung bieten.“
Die Resonanz auf das erste Rundschreiben an baden-württembergische Unternehmen war sehr positiv. Ein großer Teil war sofort bereit, mitzumachen. Dann ging alles sehr schnell. „Wenn der innere Code eines Netzwerks stimmt“, so Harms, „dann sind eben auch alle bereit, anzupacken“. Ein Jahr nach dem Auftakt am Killesberg hatte sich die Zahl der Mitglieder bereits mehr als verdoppelt. „Mit dem Rückenwind aus dem Internet-Boom sind wir in der Startphase flott vorangekommen“, erinnert sich bwcon-Gründungsgeschäftsführer Klaus Haasis, der bis heute als Geschäftsführer für das Management des Netzwerks verantwortlich ist.
Breitbandige Unterstützung junger Unternehmen und Förderung von Innovationen
Ein wichtiger strategischer Baustein neben dem Networking und dem interdisziplinären Wissenstransfer war von Anfang an die breitbandige Unterstützung junger Unternehmen. Allein über den 1998 erstmals ausgeschriebenen Businessplan-Wettbewerb CyberOne hat bwcon bis heute über 260 Mio Euro Beteiligungskapital für junge und innovative Unternehmen mobilisiert.
Durch die Vermittlung von Hunderten Kontakten und Partnern hat die Initiative viele neue Geschäfts- und Finanzierungsmöglichkeiten eröffnet sowie Kapital für Unternehmen eingeworben. So begleitete das Netzwerk etwa den Börsengang von Heiler Software im Jahr 2000, „eine der letzten gelungenen Platzierungen am neuen Markt “, wie Klaus Haasis anmerkt. Heute ist Heiler einer der führenden Anbieter von Vertriebssoftware.
Anpassungsfähigkeit und Engagement in guten wie in schlechten Zeiten
Natürlich gab es auch schwierige Phasen, zum Beispiel nach dem 11. September 2001 oder der Pleite von Lehman-Brothers 2008. Alf Henryk Wulf, der 2007 den Vorstandsvorsitz von Harms übernahm, denkt zurück: „Als ich Ende 2003 zu bwcon stieß, war die allgemeine Stimmung in Deutschland eher schlecht.“ Nach dem Platzen der Internet-Blase hätten viele nicht mehr an „die große Zukunft“ der Branche geglaubt. Anders bei bwcon: „Hier waren alle überzeugt: Das Internet wird viele neue, attraktive Geschäftsmodelle möglich machen“, sagt Wulf. Zu einem gravierenden Mitgliederschwund sei es durch die Krise nicht gekommen. Im Gegenteil: Die Mitglieder hätten sich gerade in dieser Zeit noch stärker miteinander vernetzt, um Möglichkeiten des Fortkommens zu diskutieren.
Immer wieder hat das Netzwerk seine Anpassungs- und Ausbaufähigkeit bewiesen, innovative Kooperationsformen und Veranstaltungsformate entwickelt. Auch der Branchenfokus wurde mehrfach erweitert. Längst knüpft bwcon nicht mehr nur Verbindungen zwischen Spezialisten für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), sondern bezieht wichtige Anwenderbranchen ein, um die Potenziale von IKT als Querschnittstechnologie zu erschließen.
„Mit der jüngsten Neuausrichtung im Herbst 2011 haben wir uns nach der Kreativwirtschaft und dem Healthcare-Bereich für zwei weitere Anwenderbranchen geöffnet: Energie und Mobile Anwendungen“, berichtet Wulf. Für letztgenanntes Arbeitsfeld konnte bwcon mit dem Netzwerk für Satellitennavigation SatNav MIT BW einen starken Partner gewinnen und als eigenständige Sparte integrieren.
Institutionen- und disziplinenübergreifende Zusammenarbeit für mehr Innovation
Einen wichtigen Anteil an den Erfolgen des Netzwerks hat die Innovationspartnerschaft mit dem Land Baden-Württemberg. So hat etwa das „Beratungsgremium Information, Telekommunikation und Software (BITS) Baden-Württemberg“ im Jahr 2001 unter gemeinsamer Leitung des damaligen Staatsministers und des bwcon-Vorsitzenden Strategien zur Stärkung des Landes als IT-Standort entwickelt. Mit dem vom Wirtschaftsministerium geförderten Programm Coach & Connect Plus+ unterstützte bwcon in den letzten sechs Jahren innovative Unternehmen aus dem Technologie-Umfeld. Und pünktlich zum 15. Geburtstag hat das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft bwcon mit dem Projekt „Exinet“ beauftragt, um Hightech-Gründern ein umfassendes und modulares Beratungs- und Serviceangebot zur Verfügung stellen zu können. Für dieses Angebot konnte bwcon viele weitere Netzwerke, Institution und alle Technologieagenturen des Landes als Mitwirkende gewinnen, so dass erstmals alle wichtigen Akteure im Land in der Gründerberatung zusammen arbeiten.
„Wenn wir die gute Position Baden-Württembergs behaupten möchten, müssen wir uns auch in Zukunft auf partnerschaftliche Weise mit anderen Netzen verbinden, um Doppelarbeiten zu vermeiden“, glaubt Harms. „Wir wollen Synergien nutzen, nicht nur branchen-, sondern auch länderübergreifend“, sagt Haasis, „um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen in einer global vernetzten Welt zu stärken und im Ökosystem der Innovationen auch künftig ein Impulsgeber zu sein.“
Die Rede Denkanstöße - Netzwerke in Baden-Württemberg von Jörg Menno harms finden Sie hier.
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