bwcon: Meldungen

bwcon: Fachforum "Wissensbilanz im Gesundheitswesen" - Wissen, was man weiß

12.03.2008, 22:55 Uhr

Der Erfolg einer Klinik liegt sicherlich in der Behandlungsqualität begründet, aber auch in motivierten Mitarbeitern, im Wissenstransfer, in der Unternehmenskultur, in den Beziehungen zu Kapitalgebern und so weiter, kurz, im so genannten Intellektuellen Kapital. Seine Verbesserungspotenziale und Schwachstellen lassen sich in einer Wissensbilanz aufzeigen. Darüber diskutierten Experten beim bwcon-Fachforum „Wissensbilanz im Gesundheitswesen“ am 11. März 2008.

Wie gut es um das Intellektuelle Kapital in einem Unternehmen oder in einer Organisation bestellt ist, wie einzelne Faktoren aufeinander wirken, welche Schwachstellen und Verbesserungspotenziale es gibt – das lässt sich mit einer Wissensbilanz herausfinden. „Es geht darum, zu wissen, was man weiß“, formulierte es Hans-Günter Hohmann, stellvertretender Vorsitzender des bwcon-Vorstandes und Leiter des Arbeitsbereiches Health Care.

Kleine und mittelständische Unternehmen bestätigten die hohe Relevanz der Wissensbilanz für das interne Management, erklärte Dr. Manfred Bornemann, Mitglied des Arbeitskreises Wissensbilanz. Banken, Ratingagenturen und Steuerberater könnten ein Unternehmen damit präziser einschätzen. Insbesondere aber werden im Unternehmen selbst wichtige Veränderungsprozesse angestoßen. Eine Wissensbilanz beantwortet grundsätzlich zwei Fragen: Wie gut ist ein Unternehmen in einzelnen Bereichen wie beispielsweise der Mitarbeiterqualifikation, Führungskompetenz oder Beziehungsfähigkeit aufgestellt? Und wie wichtig sind diese Bereiche für die Unternehmensstrategie und -ziele? Die Ergebnisse der Wissensbilanz zeigen, wo es sich lohnt, zu investieren. So kann sich ein Unternehmen erfolgreich weiter entwickeln.

Wie die Heiligenfeld Kliniken in Bad Kissingen. Hier führte man letztes Jahr drei Selbstbewertungstage durch, auf deren Grundlage eine Wissensbilanz erstellt und Maßnahmen abgeleitet wurden. „Unsere Ziele waren vielfältig. Unter anderem wollten wir ein ergänzendes mehrperspektivisches strategisches Führungsinstrument zur Verfügung haben“, so Dr. Joachim Galuska, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor der Heiligenfeld Kliniken. Aufgrund der Erkenntnisse führte man verschiedene Maßnahmen durch, beispielsweise die Schulung der mittleren Führungsebene, die Einrichtung einer Stelle für Öffentlichkeitsarbeit, die Entwicklung einer systematischen Kommunikation mit den Kostenträgern und so weiter. „Die Ziele und Maßnahmen sind selbstverständlich in jeder Organisation andere. Der Prozess an sich ist das Wichtige, um die Hebel zu finden, an denen man ansetzen muss“, erklärte Galuska.

Auch die Sana Herzchirurgische Klinik Stuttgart GmbH erstellte im letzten Jahr eine Wissensbilanz. Statt der Selbstbewertungstage wurden hier Einzelinterviews mit Entscheidungsträgern des Hauses durchgeführt. Fazit: „Die Wissensbilanz hat wesentlich zur Transparenz beigetragen und in systematischer Weise die Stärken und Verbesserungspotenziale aufgezeigt“, sagte Volker Ernst, der kaufmännische Leiter der Klinik.

Die europäische Dimension der Wissensbilanz betonte Dr. Manfred Vohrer, der deutsche Koordinator des von der EU-Kommission finanzierten Projektes „InCaS – Intellectual Capital Statement“, in dem europäische Standards für die Wissensbilanz entwickelt werden.

Für bwcon-Mitglieder gibt es die Möglichkeit, die Präsentationen dieser Veranstaltung im members-only-Bereich der bwcon-Website (http://www.bwcon.de/bwcon_members.html) herunterzuladen.


 

<- Zurück zu: Home

deutsch english