28.09.2018

Rückblick Hightech Summit Baden-Württemberg 2018

Aktuelle Technologiethemen im Kraftwerk Rottweil

Baden-Württemberg: Connected e.V. (bwcon) und das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg hatten am 26. September 2018 zum Hightech Summit Baden-Württemberg ins Kraftwerk Rottweil eingeladen. Etwa 1.000 Teilnehmer verbrachten den Tag mit Vorträgen zu aktuellen Technologiethemen und bei der 20. Preisverleihung des CyberOne Hightech Awards Baden-Württemberg. Auf dem Technologiekongress im Rahmen der Initiative Wirtschaft 4.0 des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg erhielten die Teilnehmer in Fachforen Impulse zum Thema Digitale Transformation von hochkarätigen Referenten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Bei der Galaveranstaltung am Abend wurde der 20. CyberOne Hightech Award an die innovativsten Start-ups des Landes verliehen.

Mit seinem rauen Industrie-Charme bot die angesagte Eventlocation Kraftwerk Rottweil eine imposante Kulisse für eines der größten Digitalisierungsevents Baden-Württembergs. Ein geeigneter Ort, um über Digitale Transformation zu diskutieren und die besten Hightech-Innovationen des Landes auszuzeichnen. Es trafen große etablierte Firmen und kleine mittelständische Unternehmen sowie innovative Hightech-Start-ups aufeinander, um sich zu vernetzen, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu informieren.

37 Referenten sprachen zu Trendthemen der Digitalen Transformation

Der Tag startete mit den Grußworten des Amtschefs des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, Ministerialdirektor Michael Kleiner, der die Wichtigkeit des Events für die Hightech-Branche im Bundesland betonte. Das Land wisse um die Bedrohungen, aber auch um die Chancen der digitalen Entwicklung, und habe deshalb schon vor Jahren Formate entwickelt, in denen mit allen Stakeholdern beratschlagt werde, wie diese Transformation am besten angegangen werden kann. Der Hightech Summit sei ein solches Format: „Das ist Innovations- und Standortpolitik im besten Sinne. Es geht darum, Hilfestellung zu leisten, Netzwerke zu bilden, Bewusstseinsbildung zu betreiben oder Transparenz über Chancen und Möglichkeiten herzustellen“, sagte Kleiner. Der Summit sei damit eine erfolgreiche Form des „Nudging“ – des Anstoßgebens durch den Staat, so Kleiner. Es folgten Grußworte des Stadtvaters, Oberbürgermeister Ralf Broß und dem Hausherren Thomas Wenger, Geschäftsführender Gesellschaft der Eventagentur, die das Kraftwerk Rottweil bespielt.

Drei Keynotes aus der Wirtschaft gaben Einblicke in die Arbeit der großen Technologieführer im Land. Heiko Meyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hewlett Packard Enterprise, sprach über Erfolgsfaktoren im Datenzeitalter. Über Digitale Transformation im Kontext des Gesundheitswesens referierte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Pfizer Deutschland GmbH, Peter Albiez. Die Keynotes rundete Andreas Schierenbeck ab. Der Vorstandsvorsitzende der thyssenkrupp Elevator AG berichtete über das Geheimnis erfolgreicher Digitalisierung. Der seit letztem Jahr fertiggestellte thyssenkrupp Testturm  befindet sich in Sichtweite zum Kraftwerk Rottweil und ist ein Symbol für innovativste Technologie aus dem Bundesland.  

Am Mittag verteilten sich die Teilnehmer des Hightech Summits auf vier Fachforen zu den Themen Smart Services, KI, Blockchain, 5G, Internet of Things, Virtual Reality und Innovationsprozesse. In den Vorträgen gaben die Redner einen Überblick zu den neuesten Technologien, die Digitale Transformation vorantreiben. Unter anderem sprach der Leiter der Softwareentwicklung TruConnect der TRUMPF Werkzeugmaschinen GmbH & Co. KG, Andreas Witt, über Quantencomputing in der Produktion seines Unternehmens. Über neue Wertschöpfungszwecke durch Digitalisierung und Blockchains sprach Nik Scharmann, der Projektleiter „Economy of Things“ von Robert Bosch Corporate Research. Die Vetter Pharma-Fertigung GmbH war mit Dr. Claudia Roth vertreten, die mit der Vetter Open Innovation Challenge die Digitale Transformation in ihrem Unternehmen ins Rollen bringt.

Am Mittag ging es mit Transfer-Sessions zur Umsetzung von Leuchtturmprojekten der Digitalen Transformation weiter. Jeweils zwei Unternehmensvertreter berichteten aus der Praxis über konkrete Anwendungsbeispiele und die Realisierung digitaler Maßnahmen in ihren Unternehmen. Sie zeigten auf, wie die neuen Technologien zur Verbreitung Digitaler Transformation bereits erfolgreich eingesetzt werden – bei der Mader GmbH zum Beispiel, einem Hersteller von Druckluftpumpen, in Energiewerken wie dem Allgäuer Überlandwerk GmbH oder dem Sägewerk Karl Streit GmbH & Co. KG. In einer Paneldiskussion tauschten sich Innovationsmanager zahlreicher Firmen darüber aus, was tatsächlich hinter Innovationsprozessen steckt und wie sie effektiv eingesetzt und auf Mitarbeiter übertragen werden können.

IT-Talent Arena vernetzte Studierende mit Unternehmensvertreterinnen und –vertretern.

Auf der Suche nach Praktika, Stellenangeboten oder Themen für Masterarbeiten konnten sich am Nachmittag parallel zu den Transfer-Sessions einige Studierende auf der IT-Talent Arena beim Hightech Summit mit Unternehmensvertreterinnen und Unternehmensvertretern austauschen.

Finalistenteams pitchten bei einer Speakers´ Corner

Um die Finalistenteams der drei Kategorien des CyberOne Hightech Awards 2018 besser kennenzulernen, konnten sie sich bei der Speakers´ Corner der Goldsponsoren des Wettbewerbs, Pfizer und bridgingIT, dem Publikum mit einem kurzen Pitch stellen. Über den Tag verteilt fanden drei der Speakers´ Corner für die drei Kategorien – Industrielle Technologien und IKT, Medien- & Kreativwirtschaft sowie Life Science & Health Care statt.

Das Highlight des Hightech Summits: Die Preisverleihung des CyberOne Hightech Awards Baden-Württemberg mit einem Jubiläum

Die abendliche Preisverleihung des CyberOne Hightech Awards wurde in feierlichem Rahmen zelebriert. Ein besonderes Jubiläum stand in diesem Jahr an, denn der erste CyberOne wurde vor 20 Jahren im Jahr 1998 ausgeschrieben.

Vorstandsvorsitzender der bwcon, Alf Henryk Wulf, hob den Mehrwert des Netzwerkes des Vereins Baden-Württemberg: Connected e.V. hervor, von dem nun auch die Finalistinnen und Finalisten des CyberOne profitieren können. Der Gewinn der Geld- und Sachpreise sowie der Trophäen des Awards könnte durch den Zugang zu potentiellen Investoren und erfahrenen Coaches getoppt werden.

Baden-Württembergs Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut plädierte in ihrer Festrede zur Preisverleihung dafür, die großen Chancen des digitalen Zeitalters aktiv zu nutzen, wenn Baden-Württemberg nicht dereinst als „Industriemuseum“ enden wolle. Der Nährboden für ein erfolgreiches Mitmischen in der Digitalisierung sei im Südwesten durch Global Player, starken Mittelstand und innovative Start-ups durchaus gegeben. „Aber noch immer gibt es bei uns zu viele, vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die sich beim digitalen Wandel eher zögerlich verhalten“, so die Ministerin. Und noch zu wenige wagten den Sprung in die Selbständigkeit. Dass im 20. Jahr der Verleihung des CyberOne ein neuer Bewerberrekord zu verzeichnen sei, sei ein gutes Signal für die Initiative „Start-up BW“ des Landes, eine neue Gründerkultur zu verankern. Hoffmeister-Kraut: „Es geht uns allen am Ende um nichts Geringeres als einen kulturellen Wandel. Wir Deutschen gelten als ein Volk mit wenig Unsicherheitstoleranz. In dieser Zeit großer Transformationen müssen wir Wagnis aber wieder viel mehr als Chance begreifen.“

In einem Panel standen ein Mitbegründer des CyberOne, Klaus Haasis, ein langjähriger Förderer des CyberOne und Vorstand der MBG Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg, Dirk Buddensiek, sowie drei ehemalige Gewinner des CyberOne gemeinsam auf der Bühne, um über die Anfänge, das langfristige Ziel und die großen Erfolgsgeschichten des Businessplan-Awards zu sprechen. Ralf Mulflur gewann mit seiner damaligen Firma 20/10 Perfect Vision im Jahr 2003 den begehrten Hightech-Preis. In der Kategorie Wachstum konnte die Firma Blue Yonder im Jahr 2012 die Trophäe mit nach Hause nehmen, worüber der CTO Jan Karstens berichtete. Manuel Klein, Co-Gründer der Firma EKU Power Drives, war im Jahr 2015 unter den Gewinnern in der Kategorie Start-up.
Alle drei Firmen profitierten stark von der Auszeichnung und konnten im weiteren Verlauf große Erfolge verzeichnen. Inzwischen sind zwei der Firmen an große amerikanische Unternehmen verkauft und die dritte hat bereits Dependancen in den USA.

Drei Gewinnerteams des CyberOne Awards 2018

Die drei erfreuten Gewinnerteams des CyberOne Hightech Awards 2018 konnten am Ende der Abendveranstaltung die Schecks über ihr Preisgeld von je 10.000 Euro, Urkunden und ihre CyberOne-Trophäen von Frau Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut MdL und dem bwcon-Vorstand Jürgen Siegloch entgegennehmen.

In der Kategorie Industrielle Technologien gewann das Team von ADLATUS Robotics aus Ulm, die Service-Roboter sowie Komplettlösungen für autonome Reinigungssysteme herstellt und mit ihrem ADLATUS CR 700 angereist war – einer intuitiv gestalteten Reinigungsmaschine, die das Know-how einer Reinigungsfachkraft mit der Reinigungsleistung eines Roboters verknüpft.

Die Kategorie IKT, Medien- und Kreativwirtschaft konnte das Team von wirsindhandwerk.de  aus Konstanz für sich gewinnen. Die Empfehlungsplattform für das Handwerk möchte in Zeiten der Digitalisierung und des Fachkräftemangels Handwerkbetrieben eine Lösung anbieten, ihren guten Ruf online zu transportieren.
In der Kategorie Life Science & Health Care konnte das junge Team von opto biolabs aus Freiburg das Rennen machen. Unter dem Motto „Licht an für die Optogenetik“ stellen sie maßgeschneiderte Lichtquellen für die optogenetische Forschung her. Sie erfanden eine Methode, mit der die Kommunikation innerhalb einer Zelle durch Lichtsignale manipuliert werden kann.

Der Sonderpreis von bigFM im Wert von 22.000 Euro ging ebenfalls an das Finalistenteam von wirsindhandwerk.de aus Konstanz.

 

Die drei Gewinner des CyberOne 2018 im Überblick:

INDUSTRIELLE TECHNOLOGIE:
ADLATUS Robotics GmbH

Verknüpfung vom Know-how einer Reinigungsfachkraft mit der Reinigungsleistung eines Roboters: Adlatus kommt aus dem Lateinischen und heißt Gehilfe und das ist es, was die ADLATUS Robotics GmbH ihren Kunden anbietet. Sie entwickelt, produziert und vertreibt Service-Roboter und bietet den Kunden Komplettlösungen inklusive Beratung, Inbetriebnahme, Schulungen und Service an. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Robotik Technologie, kennen die Mitarbeiter die Anforderungen für autonome Systeme am Markt und entwickeln und realisieren innovative Lösungen erfolgreich mit den neuesten Technologien. Mit dem ADLATUS CR 700 ist es ihnen gelungen, eine intuitiv gestaltete Reinigungsmaschine zu entwickeln, die das Know-how einer Reinigungsfachkraft mit der Reinigungsleistung eines Roboters verknüpft, um eine höhere Wirtschaftlichkeit bei optimalem Reinigungsergebnis zu erreichen. www.adlatus.eu

 

IKT, MEDIEN- UND KREATIVWIRTSCHAFT:
wirsindhandwerk.de

Die Empfehlungsplattform für das Handwerk: In Zeiten der Digitalisierung und des Fachkräftemangels suchen immer mehr Handwerksbetriebe nach einer einfachen Lösung ihren guten Ruf online zu transportieren. wirsindhandwerk.de ist die erste professionelle Präsentations-, Bewertungs- und Empfehlungsplattform für das Handwerk. Handwerksbetriebe nutzen sie als digitale Referenzmappe und Qualitätssiegel im Internet. Endkunden finden glaubwürdige Informationen, verifizierte Bewertungen und Empfehlungen für die Wahl ihres Handwerkers. Gemeinsam mit vielen Partnern aus den Kammern, Verbänden und der Industrie hat sich das Start-up wirsindhandwerk.de zum Ziel gesetzt, Handwerksbetriebe auf ihrem Weg in die Digitalisierung zu begleiten. www.wirsindhandwerk.de

 

LIFE SCIENCE & Health Care:
opto biolabs

Maßgeschneiderte Lichtquellen für die optogenetische Forschung: Licht an für die Optogenetik – eine Methode, mit der die Kommunikation innerhalb einer Zelle durch Lichtsignale manipuliert werden kann. Ihr Einsatz reicht von der Entwicklung neuartiger Therapien bis zur industrielle Synthese von Ethanol (biofuels). Das Start-up opto biolabs bietet maßgeschneiderte Lichtquellen für die optogenetische Forschung an. Ihr erstes Produkt – der pxONE – beleuchtet biologische Zellproben homogen bei konstanter Temperatur. Die digitale Steuerung ermöglicht dabei beispielsweise eine einfache Auswahl von Wellenlänge, Lichtintensität und Belichtungszeit. Das spezielle Design erlaubt zum ersten Mal die Kombination von Optogenetik und Durchflusszytometrie, welche die Analyse von tausenden Zellen pro Sekunde ermöglicht. www.optobiolabs.com


Hier gibt es die Videos der Finalisten des CyberOne 2018: https://www.youtube.com/user/bwcon


Hier geht es zu den Bildern des Tages
: https://www.flickr.com/photos/8269151@N08/albums/72157700249985741/page1

Ansprechpartner

Tomma Profke

Kommunikation

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