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„Recruiting mit Hilfe von KI wieder menschlicher machen": Jan Ludwig ist unser Innovator of the month

Wer heute eine Bewerbung schreibt, konkurriert nicht nur mit anderen Kandidatinnen und Kandidaten, sondern zunehmend auch mit KI-optimierten Lebensläufen. Für Jan Ludwig, Gründer von tlou.ai, ist genau das einer der Gründe, warum Recruiting neu gedacht werden muss. Im Gespräch mit Nora Bartke von bwcon spricht er über die Herausforderungen moderner Personalauswahl, die Chancen von Künstlicher Intelligenz und die Frage, wie Unternehmen Talente besser erkennen können.

Das komplette Interview gibt es zum Hören auf dem bwcon Podcast Kanal >>

 

Die Idee zu tlou.ai entstand aus einer ganz persönlichen Erfahrung. Nach vielen Jahren in Beratung und Industrie suchte Jan Ludwig nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Doch trotz passender Qualifikationen erhielt er auf Bewerbungen oft keine Rückmeldung oder wurde früh aus Prozessen aussortiert. Dabei stellte sich für ihn zunehmend die Frage, wie aussagekräftig Bewerbungsunterlagen in einer Arbeitswelt noch sind, in der Lebensläufe mit wenigen Klicks optimiert und automatisiert erstellt werden können.

 

Seine Motivation bringt er im Interview sehr persönlich auf den Punkt: „Dann geht doch das verloren, was mich eigentlich ausmacht, nämlich ich als Mensch.“ In Gesprächen mit Führungskräften und HR-Verantwortlichen wurde ihm immer wieder deutlich, dass fachliche Qualifikationen allein selten ausschlaggebend sind. Entscheidend sei oft, ob die Person hinter dem Lebenslauf zum Unternehmen passt. Genau dort setzt tlou.ai an. Sein Ziel beschreibt Ludwig so: „Wir wollen Recruiting mit Hilfe von KI wieder menschlicher machen.“

 

Warum klassische Recruiting-Prozesse an Grenzen stoßen

 

Aus seiner Sicht orientieren sich viele Recruiting-Prozesse noch immer an Strukturen, die sich über Jahrzehnte kaum verändert haben. „Recruiting-Prozesse in vielen Unternehmen laufen genau so, wie sie 1990 gelaufen sind, nur halt jetzt mit digitalen Dokumenten“, sagt Jan Ludwig. Lebensläufe und Anschreiben bilden vor allem die Vergangenheit eines Menschen ab, sagen jedoch nur begrenzt etwas über Eigenschaften wie Anpassungsfähigkeit, Lernbereitschaft oder kritisches Denken aus. Oder wie er es selbst formuliert: „Der Lebenslauf bildet nur meine Vergangenheit ab.“

 

Mit tlou.ai möchte er deshalb zusätzliche Perspektiven schaffen. Über KI-gestützte Interviews erhalten Unternehmen Einblicke in Motivation, Denkweisen und Arbeitsstile von Bewerbenden. So entsteht ein umfassenderes Bild, das über klassische Bewerbungsunterlagen hinausgeht. Besonders eindrücklich sind für ihn die Rückmeldungen von Unternehmen. Immer wieder höre er Aussagen wie: „Wenn ich nur den Lebenslauf gesehen hätte, hätte ich diese Person nie eingeladen.“

 

Mehr Chancengleichheit durch bessere Entscheidungen

 

Neben Effizienz und besseren Auswahlentscheidungen beschäftigt Jan Ludwig vor allem das Thema Chancengleichheit. Recruiting-Prozesse seien nie vollständig frei von Vorurteilen. Umso wichtiger sei es, Strukturen zu schaffen, die den Fokus stärker auf Kompetenzen und Potenziale legen.

 

„Wir stehen dafür, dass wir Recruiting inklusiver machen wollen“, erklärt Jan Ludwig. Dabei gehe es nicht darum, den Menschen aus dem Prozess auszuschließen und KI die Entscheidungen treffen zu lassen, sondern den Unternehmen mehr Daten zu einzelnen Bewerbenden mitzugeben. Bewerbende erhalten zusätzlich die Möglichkeit, mehr von sich zu zeigen als das, was auf wenigen Seiten eines Lebenslaufs steht. Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigen für ihn insbesondere die Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer, aber auch der Bewerbenden.

 

Netzwerke als Türöffner für Innovation

 

Für Jan Ludwig spielen Netzwerke wie bwcon eine wichtige Rolle beim Aufbau seines Unternehmens: „Netzwerke sind auf der einen Seite dazu da, um das eigene Wissen zu teilen, aber auch Neues zu lernen und auf der anderen Seite ganz klar, um Beziehungen aufzubauen.“

 

Der Austausch mit anderen Unternehmen, Expertinnen und Experten hilft ihm nicht nur dabei, neue Perspektiven zu gewinnen, sondern führt immer wieder auch zu konkreten Kooperationen. So entstand beispielsweise ein gemeinsamer Förderantrag mit bwcon und weiteren Partnern aus dem Netzwerk.

 

Innovation beginnt mit dem Mut zum Ausprobieren

 

Der Weg zur Gründung verlief keineswegs geradlinig. Wie viele Gründerinnen und Gründer musste auch Jan Ludwig lernen, mit Unsicherheiten umzugehen, Ideen weiterzuentwickeln und neue Wege auszuprobieren. Was Innovation für ihn persönlich bedeutet, beantwortet er entsprechend pragmatisch: „Dinge einfach mal auszuprobieren und sich nicht irritieren zu lassen, wenn andere sagen: Ich glaube da nicht dran.“ Diese Haltung prägt auch seine Vision für die Zukunft. Sein Ziel ist nicht nur die Weiterentwicklung einer Technologie, sondern ein Recruiting, das Menschen wieder stärker in den Mittelpunkt stellt.

 

Wie KI dabei helfen kann, Potenziale sichtbar zu machen, warum der klassische Lebenslauf an Bedeutung verliert und was ein Elefant mit dem Namen tlou.ai zu tun hat? Das erzählt Jan Ludwig in der aktuellen Podcast-Folge von Innovator of the Month. Jetzt reinhören >>

 

Eine Übersicht über alle Innovator of the month und Regional Champions finden Sie hier.

 

Apropos ausprobieren: Exklusiv für Unternehmen aus dem bwcon Netzwerk gibt es jetzt die Möglichkeit, tlou.ai und den KI-Video-Recruiter TEMBO 15 Monate zu nutzen und nur 12 Monate zu bezahlen – vorausgesetzt, der gemeinsame Pilot startet bis zum 31.12.2026. Interesse? Dann melden Sie sich bei Jan Ludwig oder Jörg Nörthemann.